Die
Fledermaus mit acht Schauspielern und einem Klavier? „Warum
nicht gleich der Tristan?“, spottete es der gerade
erst gegründeten Truppe „Comparserie& Co“ entgegen,
als sie ihre ehrgeizigen Pläne verlauten ließ.
Aber der Tristan wäre natürlich nicht gegangen
- der ist ja auch kein brillantes Boulevardstück. Das
aber ist „Le Reveillon“, der französische
Originalstoff, den Zell und Genee in die Finger bekamen und
aus dem sie Johann Strauss das kongeniale Libretto für
seine beste Operette zimmerten.
Peter Lunds erste Berliner Regiearbeit ist diesen Weg konsequent
rückwärts gegangen. Mit Feydeau im Gepäck
und einer enthusiasmierten Darstellerschar wurde ein Jahr
lang erfunden, geprobt und verworfen, und die nur drei Tage
währende Aufführungsserie im damaligen Ensembletheater
war ein fulminanter Erfolg und hatte eine umgehende Einladung
in die Deutsche Oper zur Folge.
mit: Ingo Jander, Sabine Schwarzlose, Silvia Bitschkowski,
Claus Endisch, Sagitta Scheffler, Djordje Papke,
Peter Lund, Thilo Deutsch, Franziska Severin
„ Ein Geist der guten Laune liegt über der
pointierten Produktion. Die ursprüngliche Bosheit
wurde mit Charme sichtbar gemacht!“
Spandauer Volksblatt
„ Zum grenzenlosen Amüsement der Zuschauer trug die durchweg mitreißende
Darstellung bei.
Annette Wiegand am Klavier ersetzt ein ganzes Orchester.
Eine begrüßenswerte Gelegenheit, Operette zu entstauben!“
Tagesspiegel
„Die Akteure geben sich ganz und gar nicht komparsenhaft.
Die Kette kompromittierender Peinlichkeiten wird zu einer
erotischen Selbstjustiz, bei der sich der dekadente Adel
und Geldadel nebst vergnügungssüchtigen Trabanten
aus den unteren Sphären des Bürgertums selbst
entlarvt. Volles Haus beim vollen Erfolg!“
Berliner Morgenpost
|