Es geht
um die Kohle. Kohle zum Saufen, Kohle zum Feiern und Kohle
zum Leben.
Wer keine Kohle hat, hat keine Freunde. Und keine Frauen.
Wer keine Kohle hat, der hat kein Leben.
Peter hat keine Kohle. Peters Mutter hat auch keine Kohle.
Solche Leute gibt’s. Die nie Kohle gehabt haben. Und
nie Kohle haben werden.
Peters Mutter sagt, so ist das Leben. Dafür haßt
Peter seine Mutter.
Der lange Schlurker hat Kohle. Schon immer gehabt. Solche
Leute gibt’s auch.
Peters Mutter sagt, so ist das Leben. Der Teufel scheißt
immer auf den größten Haufen.
Dafür haßt Peter den Teufel. Diesem Teufel würde
Peter gerne mal die Meinung sagen.
Und eines Tages steht der Teufel in der Tür.
Mit einem Riesensack voll Kohle. Ein ganzer Sack Leben für
Peter
Und dafür, daß Leben so teuer ist, ist Kohle überraschend
billig...
„Das Kalte Herz“ ist eine gruselige Geschichte.
Vor hundertfünfzig Jahren schrieb Willhelm Hauff das
berühmte Märchen vom armen Köhler Peter Munk,
der nicht auf das Glasmännchen hört und sein Herz
verpfändet. Und anderthalb Jahrhunderte später
gruselt es uns immer noch, wie er dafür vom bösen
Holländermichel einen kalten Stein in die Brust gesetzt
bekommt. Wobei wir uns heute nicht mehr vorm Holländermichel
gruseln, denn wir wissen ja, daß es Geister nicht gibt.
Aber wir gruseln uns, weil wir wissen, wie schnell es geht,
daß man statt eines Herzens einen Stein in der Brust
sitzen hat, wenn man ständig an die Kohle denkt. Und
weil wir leider auch nicht mehr an das Glasmännchen
glauben, gruseln wir uns vielleicht sogar noch ein bißchen
mehr als vor hundertfünfzig Jahre....
mit: Tillman Schnieders, Eva Neubauer, Susanne Atlschul,
Christof Schmid,
Samuel Schürmann, Uwe Achilles , Markus Schöttl
» Lund spielt charmant mit der altmodischen Märchensprache
und modernisiert dafür in der fantasievoll schlichten
Inszenierung. (...) Die Darstellersingen und spielen engagiert,
die Figuren sind archetypisch ge- und überzeichnet.
Die Musik ist eine abwechslungsreiche Mischung aus Rock
und Musical, untermalt lautmalerisch oder kommentiert ironisch.
So humorvoll und kurzweilig kann Moral sein.«
Kurier, 8. 4. 2005
»Die Suche nach dem großen Erfolg wird gern ›den
Großen‹ überlassen. Soll man doch später
einmal seine Seele verkaufen. Dass der Kampf um einen Platz
in der Gesellschaft aber leider schon viel früher
beginnt, erzählt das Theater der Jugend mit ›Herz-Los!‹ im
Renaissancetheater. (…) Regisseur Peter Lund greift
damit einen Stoff auf, der schon Hugo von Hofmannsthal
bewegte und zeigt, dass Märchen immer aktuell bleiben.«
Der Standard, 5. 4. 2005
»Eine Geschichte, die jetzt in einer Adaption
von Peter Lund mit Wolfgang Böhmers Musik als romantisches
Singspiel ›à la Dreigroschenoper‹ im
Renaissancetheater auf die Bühne gebracht wird. (…)
Es geht hierum ein Gleichgewicht der Säfte, um die
Parität von Gefühl und Vernunft.«
Bühne, April 2005
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