| Archie
ist sechzehn. Höchste Zeit, sich in der Fabrik eine Arbeit
zu suchen, findet Archies Mutter. Denn da, wo Archie lebt,
arbeiten alle in der Fabrik.
Friedrich ist Archies bester Freund. Friedrich ist auch
sechzehn. Das ist für einen Kater aber schon ziemlich
alt. Und deswegen will Archies Mutter Friedrich auch einschläfern
lassen. Kein Wunder, daß Archie beschließt, mit
Friedrich abzuhauen. Zum Bahnhof, wo alle die leben, die
von der Fabrik schon entlassen wurden.
Am Bahnhof ist es ziemlich unangenehm. Zum Glück hat
Friedrich als alter Kater einige Erfahrung, wie man auf der
Straße nicht vor die Hunde geht, und vielleicht wäre
aus Archie ein richtig guter Obdachloser geworden, wenn er
nicht Lisa getroffen hätte. Aber Lisa ist klug und hübsch
und überhaupt nicht obdachlos- im Gegenteil: Lisa ist
die Tochter der Fabrikbesitzerin Frau Direktor Boshammer.
Und plötzlich wäre Archie am liebsten auch Fabrikbesitzer.
Da hat Friedrich eine Idee....
Das berühmte Märchen der Gebrüder Grimm funktioniert
im Hier und Heute fast besser als im Original. Denn ob man
vor dreihundert Jahren von Räubern überfallen oder
heute seiner Scheckkarte verlustig geht- eines gilt heute
so wie damals: Kleider mache Leute- und wer den richtigen
Anzug anhat, beherrscht immer noch die Produktionsmittel.
Eine wilde Mischung aus Dreigroschenoper und Walt Disney,
laut Presse eine ebenso romantische wie sozialpolitische
Schutzimpfung für Kinder. Das nehmen wir als Kompliment.
mit
Markus Schöttl, Susanne Altschul, Benjamin Eberling, Karin
Lischka, Uwe Achilles u.a.
Im Renaissancetheater haben Lund und Zaufke mit ihrem
herrlich bösen, dabei lebensfrohen Musical für das Theater
der Jugend einen Volltreffer gelandet. Sozialkritik und Romantik – das
funktioniert auch dank der Darsteller bestens und macht nicht
nur Kinder glücklich.
(Kurier)
Peter Lund und Thomas Zaufke haben ein rundum unterhaltsames
Musical geschrieben, das im Renaissancetheater Anklang findet
und auch von Lund inszeniert wird.... Witzig, charmant und
ein bisschen kitschig, augenzwinkernd und ein bisserl verdreht.
Und voll von bestens gemeinter Kapitalismus- und Globalisierungskritik.
Eine romantische, sozialpolitische Schutzimpfung für die
Jüngsten also. (Kronen Zeitung)
Es ist eine neue Version des alten Märchens und im Mittelpunkt
steht eine abgrundböse Konzernchefin (brillant Susanne
Altschul), deren Passion es ist, Leute zu entlassen. Doch sie
hat die Rechnung ohne den listenreichen Kater gemacht, den
Benjamin Eberling mit Verve verkörpert.
Peter Lunds Adaptionsfreude ist bekannt dafür, klassische
Stoffe so an Kinderherzen heranzutragen, dass sie dabei auch
an ausgewachsenen Problemen nagen können. In »Der
gestiefelte Straßenkater« hat er die emotionale
Bandbreite des Erwachsenwerdens zwischen Kapitalismus und Sozialismus
gespannt. Unterhaltungsgerecht wird Ideologisches in die anschmiegsamen
Songs von Thomas Zaufke gepackt. Als Entlastungsgeschenk dient
Ulrike Reinharts Bühnenbild, das den expressionistischen
Filmen der 20er-Jahre entlehnt wurde. Auch wenn Kindern ab
sechs Jahren ein paar schwierige Fragen auf den Heimweg mitgegeben
werden, präsentiert sich eine herzlich lockere und gelungene
Uraufführung. (Der Standard)
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