LETTERLAND ( Erwin Kannes – Trost der Frauen )
 

Melanie Flut ist glücklich. Die Zwillinge sind jetzt neun Monate, Tom ist der attraktivste Mann der ganzen Siedlung, und alle Frauen in der Nachbarschaft zerplatzen fast vor Neid. Wenn nur dieser unangenehme Brief nicht wäre. Melanie hat noch nie in ihrem Leben einen obszönen Brief erhalten. Und dazu noch von Erwin Kannes, diesem asozialen arbeitslosen Menschen, der so gar nichts in Mellis aufgeräumtem Lettaland verloren hat.

Marie-Luise Reich hat bis gestern auch noch nie einen obszönen Brief erhalten. Und Kimberley Schnell hat überhaupt keinen obszönen Brief bekommen. Die drei Freundinnen sind empört. So etwas schreit nach Vergeltung, und Melli wird mit der ehrenhaften Aufgabe betraut, sich im Namen ihrer Geschlechtsgenossinnen zu rächen. Das entpuppt sich als schwerer, als gedacht. Denn Erwin Kannes macht seinem Namen alle Ehre. Auch wenn er nicht so aussieht: Erwin kann es einfach. Denn Erwin hat ein Geheimnis.

Nach Shakespeares „Lustigen Weibern von Windsor“ haben Peter Lund und Thomas Zaufke ihr nunmehr viertes Musical gestrickt. Wer bedauert, daß es nach Otto Nicolais komischer Oper keinen würdigen Nachfahren des intelligenten musikalischen Unterhaltungstheaters deutscher Provenienz mehr gibt, ist in „Letterland“ bestens aufgehoben. Hier steppt der Falstaff und das Publikum ist begeistert.

Mit: Helena Blöcker, Filipina Henoch, Anne Hoth, Evamaria Keding, Jörn Linnenbröcker, Maria Kempken, Martin Schäffner, Ben Eberling, Lucy Scherer

„Erwin Kannes ist schmierbäuchig, ordinär und eine Couchkartoffel erster Sorte. An Nachbarinnen schreibt er anzügliche Briefe. Alle finden ihn furchtbar. Trotzdem weckt er die Leidenschaften der Desperate Housewifes von Letterland. Eine Shakespeare-Paraphrase nebenbei, denn Erwin Kannes ist eine Art Hartz IV-Falstaff, ein Fettwanst und Vorstadt-Casanova, dem die Aufnahme in den Ritterorden vom Hosenbande dadurch gelang, dass ihm die Beinkleider nicht bis über die Gesäßfalte reichen. In der bislang besten Arbeit von Thomas Zaufke (ein Titel wird von Gayle Tufts gesungen) können die UdK-Studenten ausgiebig zeigen, was sie können. Hier ist kein Hauch von Anfängertum, sondern alles nur lustvoll, motiviert, unverbraucht. Die gelungenste Musical-Neuproduktion seit Jahren.“
rbb

„’Trost der Frauen’ ist ein Musical-Hit mit einem ausnahmslos fabelhaft aufgelegten, starken Musical-Jahrgang (...). Der Jubel war außerordentlich. (...)“
Berliner Zeitung

 
 
 

vonThomas Zaufke
und Peter Lund

 

R: Peter Lund
ML:Hans-Peter Kirchberg
Ch:Neva Howard
BB:Jürgen Kirner
K: Daria Kornysheva
 

 Uraufführung
21. Juni 2005,
Neuköllner Oper

eine Koproduktion
mit der UdK Berlin

Verlegt bei LITAG