MAJA & CO
die Insektenoperette von Jaques Offenbach
nach dem Roman von Waldemar Bonsels
  Eine wirklich sehr unbekannte Operette von Jacques Offenbach. Und wie immer bei Offenbach eine Perle des satirischen Musiktheaters, die mit Witz und Intelligenz den Spießbürgern von gestern und heute den musikalischen Spiegel vorhält. Wobei sich Offenbach in diesem Falle nicht irgendwelcher griechischen Götter oder sonstigen übermenschlich großen Helden bedient, um die Lächerlichkeit unseres Seins auf den Punkt zu bringen. Diesmal sind es Waldemar Bonsels Insekten, die mit allen sechs Beinen CanCan tanzen . Aber auch Insekten legen frappierend menschliche Eigenschaften an den Tag, wenn es darum geht, das Operettenhappyend zu erreichen, ohne seinen Kopf zu verlieren.

Seinen Kopf verliert man auf der Wiese nämlich ziemlich schnell, wenn man als pflichtvergessene Biene beschließt, seine Tage statt mit Honig-Sammeln lieber mit diversen Insektenbekanntschaften zu verbringen. Daß Grashüpfer enttäuschend unzuverlässige junge Herren und Hornissen gefährlich hungrige junge Damen sind, weiß ja jedes Kind, aber daß man mittlerweile nicht einmal mehr den Rosenkäfern trauen kann und alle Libellen für ihre Kunst morden würden, das alles muß man als junge Biene erst schmerzhaft lernen, bis man endlich ein Insekt gefunden hat, mit dem es sich lohnt, gemeinsam zu überwintern. Und ein Insekt für den Winter will unsere Biene Maja auf jeden Fall; am liebsten natürlich einen Menschen, denn Menschen sind fast so klug wie die Bienen. Aber selbst in der Operette kriegt eine flotte Biene nicht immer das, was sie sich wünscht. Die Liebe zwischen verschiedenen Insekten bleibt schwierig.

Es soll ja Menschen geben, die sich vor Insekten oder Operette ekeln. Das ideale Stück, um diese bedauerliche Einstellung zu ändern.

mit: Nadine Eisenhardt, Patricia Röder, Michael von Stark, Bernard Niemeyer, Martin Kiuntke, Isabell Horn, Juliane-Maria Wolff

Eklig feucht ist es jetzt in Parks und Gärten. Die Insekten sind fröstelnd abgeschwirrt und fanden Zuflucht in der Neuköllner Oper. Ulrike Reinhard erdachte viel bestaunte Kostüme und witzige Ausstattung. Alles leichtfüßig in der originellen Choreographie von Andrea Heil. Gut muß sie vorher Bewegungen kleiner Flugwesen, Würmer und Spinnen studiert haben, um das derart treffend umsetzen zu können. (Neues Deutschland)

Regisseur Peter Lund garantiert größtmögliche Fernsehserienferne. Wenn nur alle Berliner Opernpremieren so viel Sinn für großartige Theatereffekte auf fast leerer Bühne hätten Wie das Ensemble die von Wolfgang Böhmer neu arrangierten Melodien von Jacques Offenbach zu frischem Tierleben erweckt, bereitet viel Vergnügen und beweist, wie luftig und leicht die vermeintlich muffige Operette sein kann. (Tagesspiegel)

 
 
 

 

 

T+ R: Peter Lund
MB: Wolfgang Böhmer
ML:Hans-Peter Kirchberg
BB+ BK:Ulrike Reinhard
CH: Andrea Heil

eine Koproduktion mit dem Studiengang
Musical/ Show der UdK Berlin

Premiere: 30. 11. 2007
Neuköllner Oper