Fredo
ist schwul. Und findet das absolut o.k. so. Warum auch nicht?
Seine Eltern haben mit ihrem schwulen Sohn keine Probleme,
seinem dicken Kumpel Erik schnappt Fredo nicht die Mädels
weg, die Erik zu seinem ständigen Kummer sowieso nicht
kriegt, und Fredos beste Freundin Jeanette hat sich eh vorgenommen,
gegen nichts in diesem Leben Vorurteile zu haben, weder gegen
Schwule noch gegen Ausländer.
Aber dann trifft Fredo Mehmed. Erst im Kino, das ist schon
nicht besonders lustig, denn Mehmed mag keine Schwulen. Und
dann noch einmal, ein paar Stunden später im Stadtpark,
und da wird es für Fredo richtig unangenehm. Nicht jeder
läßt sich nachts im Grünen ungestraft an
den Hintern fassen, und Mehmed schon gar nicht.
Natürlich läßt Fredo sich das nicht gefallen.
Ein aufrechter Schwuler läßt sich nicht verprügeln.
Aber auch, als Mehmed vom Jugendamt zu fünfzig Stunden
gemeinnütziger Arbeit verdonnert worden ist, ist Fredo
nicht zufrieden. Weder mit sich noch mit der Welt.
Wobei die Welt noch das kleinere Problem ist. Auch wenn Erik
und Jeanette ziemlich irritiert davon sind, was Fredo so
in seiner Freizeit treibt. Aber was Fredo wirklich beschäftigt,
ist Mehemd. Und wie er einen absolut heterosexuellen Türken
davon überzeugen könnte, daß Fredo genau
so ein Mann ist wie Mehmed.
Ein ziemlich schwieriges Unterfangen, daß Fredo sich
da vorgenommen hat. Und nicht nur Mehemd ist extrem unbegeistert
von dem missionarischen Eifer, den Fredo plötzlich an
den Tag legt. Auch Eric und Jeanette geht Fredo mit seinem
Kreuzzug mittlerweile ziemlich auf die Nerven. Und plötzlich
ist es für Fredo überhaupt nicht mehr komisch,
schwul zu sein....
Ein Coming Out ist heutzutage fast kein Thema mehr; außer
natürlich für den, der es durchstehen muß.
Aber schwul zu sein hindert einen ja mittlerweile nicht mal
mehr daran, Bürgermeister zu werden- wo liegt da das
Problem?
Vielleicht nicht mehr im Schwul sein. Aber ganz bestimmt
im Anders sein. Vier Minderheiten schlagen sich in dem neuesten
Musical von Thomas Zaufke und Peter Lund die Köpfe ein:
die Homos, die Türken, die Dicken und die Frauen. Daß der
Begriff Minderheit in diesem m eine Frechheit ist, ist uns
genußvoll klar. Aber Minderheit sein ist zuallererst
immer auch Selbstwahrnehmung und hat mit mathematischen Gegebenheiten
wenig zu tun. Mit viel Musik und allen Mitteln, die das schönste
Aufklärungsmedium aller Zeiten, nämlich die Sesamstrasse,
uns zur Verfügung gestellt hat, machen sich vier Menschen
und acht Puppen zwei Stunden lang Gedanken darüber, ab
wann man eine Minderheit ist, warum man sich als solche so
wohl fühlt und wie man da eventuell wieder rauskommen
kann.
mit
Christina Friedel, Mila Dargies, Matthias Buss, Christian
Feist
„
Ugly Ducklings feiert umjubelte Uraufführung. Musikaleskes
Theater ,von Anfang an knackig. Poppige Musik, witzige Inszenierungsidee-
als Polizisten oder Eltern tauchen lebensgroße Sesamstraßenpuppen
auf.... Witzig, frech und herrlich unkorrekt! „Neue
Presse“ „Die vier Halbwüchsigen haben Hitze im Hirn,
im Herzen und nicht zuletzt in der Hose. Eine vergnügliche
Musical-Uraufführung als fröhliche Persiflage:
Frühlings Erlachen. Das ist nachdenklich, aber nicht
zu sehr, vergnüglich aber nicht albern, pfiffig aber
nicht zu laut. Anderthalb Stunden Theaterspaß nicht
nur für die betroffene Generation- Entenhausen ist überall!“ Hannoversche
Allgemeine Zeitung
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