Verraten und Verkauft
Eine musikalische Charakterschwäche
 

Drei Frauen schneiden Papier in Streifen, verkünden drei Geschichten. Eine ist wahr. Der Pianist Karlrobert Kreiten wurde 1943 wegen seiner Äußerung, der Krieg sei verloren, hingerichtet. Verpfiffen hat ihn eine Freundin seiner Mutter. Dazu kommen zwei fiktive Fälle. Eine Bäuerin anno 1626, die ihren Mann bezichtigt, mit dem Satan im Bunde zu stehen und eine DDR-Journalistin, die ihre beste Freundin bespitzelt. Autor und Regisseur Peter Lund läßt die drei Geschichten auf der Bühne parallel erzählen, ohne jeden Kostümwechsel, ohne Umbauten. Die Dialoge gehen ohne Warnung ineinander über, und genau das macht den Abend spannend.

mit: Alina Lieske, Sabine Schwarzlose, Rosa Enskat

„Zwischen diesen Ebenen laviert der Abend hin und her. Meisterhaft fährt Lund witzige Dialoge und scharfe Geschütze auf, wechselt Ort, Zeit und Geschehen. Dabei fungiert die süffige Musik (der Komponist am Klavier) als Motor der Verwandlungen.“
die tageszeitung

„Die sehr intelligent gearbeitete musikalische Collage widmet sich dem brisanten Thema der Denunziation. (...) Die von den drei Darstellerinnen vorzüglich in Szene gesetzten Texte zeichnen sich bei aller Dramatik durch eine wunderbare Mischung aus Witz, Melancholie, Spannung und philosophischer Tiefe aus.“
Welt am Sonntag

„’Verraten und verkauft’ ist der gelungene Beweis dafür, dass sich auch heikle Themen auf adäquate Weise in anregendes zeitgemäßes Musiktheater umsetzen lassen, wenn man sich an Kurt Weill und Offenbach erinnert, anstatt Musical-Moden nachzulaufen. Vergesst das ‘Phantom der Oper’ - die Operette lebt!“
Der Tagesspiegel

 
 
 

vonNiclas Ramdohr
und Peter Lund 

 

R+BB: Peter Lund
ML:Niclas Ramdohr

Uraufführung:
15. August 1996
Neuköllner Oper

 

Verlegt bei LITAG