ZARAH 47
Wollt ihr das totale Lied?
 

1947 feiert Zarah Leander auf ihrem Gut Lonö in Schweden ihren 40. Geburtstag. Noch vier Jahre davor der umjubelte ausländische Star der UFA, ist Zarah Leander nun arbeitslos und wartet vergebens auf Geburtstagsgäste und Angebote. In Schweden Persona non grata, in Deutschland mit Berufsverbot belegt, rechtfertigt sich die ausgemusterte, unausgelastete Diva in einem furiosen Monolog: Klug, mit viel Mutterwitz und ohne jeden Skrupel behauptet sie das Credo vieler Nazikünstler, von nichts gewußt zu haben. Aber Zarah Leander ist zu klug, als daß sie diese Fassade lange aufrecht erhalten könnte. Und um so böser verfängt sie sich in ihren eigenen Lebenslügen, werden ihre schwermütigen Lieder zu bitterbösen Kommentaren einer mit politischem Wegsehen erkauften Karriere.
Ein schauspielerisches Bravourstück für eine singende Darstellerin, das viel über das Theater, einiges über Politik und Kunst und nichts darüber verrät, was Zarah Leander wirklich über ihre Rolle im 3. Reich gedacht hat.
Unter dem Titel: „Nach mir ist man süchtig!“ erlebte das Stück am 12.1.1993 mit Katja Nottke in der Hauptrolle seine erfolgreiche Berliner Premiere und wurde bis heute an vielen deutschsprachigen Theatern nachgespielt.

mit: Maragrethe Steinhäuser

„Eine großartige Leistung am Theater Greifswald. Je furioser der Krieg, um so sprühender die Lieder. Eine schrille Dissonanz. Die Frage nach der  Verantwortung des Künstlers ist nur eine von vielen, die die Inszenierung stellt.“
Ostseezeitung

„Peter Lund schrieb einen Text, bei dem kein Wort zuviel ist. Da stimmt alles. Da paßt jedes Detail, bis zum Geräusch der Fliegerstaffel, die die Leander nicht bemerkt haben will: ‘Ich bin kurzsichtig! Ich dachte, das wären Graugänse!’“
Tageblatt

 
 
 

Musical Solo
von Peter Lund

 

R: Peter Lund
BB+BK:
Barbara Zenichowski

 Uraufführung:
4. Juli 1992